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Objektführer / Köln / Maschinenfabrik Humboldt Lageplan / Köln_top11

Köln_Maschinenfabrik Humboldt: Schornstein
Klöckner-Humboldt-Deutz(Werk Kalk), Dillenburger Str.

 

schornstein
Maschinenfabrik Humboldt. Schronstein an der Dillenburger Straße. Rechts die von Humboldt-Wedag noch genutzte Halle 70. Foto 2008

Benedikt Weyermann
Maschinenfabrik Humboldt: Schornstein

Ein Sinnbild für industrielle Gesamtanlage sind die Schornsteine. Die Bedeutung der Schornsteine wird deutlich, wenn man sich die Stadtansichten des Industriezeitalters ansieht. So wie die Ansiedlung der Industrie die Grundlage für die Entwicklung Kalks war, so waren die Dampfmaschinen die Grundlage für die Industrialisierung. Schornsteine sind die markantesten und städtebaulich wirksamsten Erscheinungen der Nutzung von Dampfmaschinen. Neben ihrer Bedeutung als technische Zeitzeugen haben Schornsteine auch eine sinngebende Funktion im Zusammenspiel mit den Gebäuden die einst eine technische und funktionale Einheit bildeten. Das heißt, dass Schornsteine als Solitäre wenig verständlich sind. Erst im Zusammenhang mit Kesselhaus und Fabrikanlagen bekommen sie einen funktionalen Sinn.

schaubild
Maschinenfabrik Humboldt. Schaubild um 1910.

Die Kompaktheit und Massivität der Ansiedlung der Industrie in Kalk hatte ein hohes Vorkommen von Schornsteinen zur Folge, die eine Art topografisches Merkmal wurden. Man kann sie als ein Symbol für den Ort, des Selbstverständnisses des Ortes und des kulturellen Hintergrundes verstehen. Sie standen in engem Zusammenhang mit der Bevölkerung, die zum größten Teil selbst Teil dieses industriellen Umfeldes waren, sei es als Arbeiter oder als Fabrikbesitzer. Die historisch begründete Identität des Ortes steht in engem Zusammenhang mit den Schornsteinen, die nicht mehr als reine Bauwerke zu beurteilen sind, sondern auch als Symbol.

Auf dem ehemaligen KHD-Gelände ist nur ein Schornstein erhalten. Dieser steht in der Verlängerung der Neuerburg Straße, südlich der Dillenburger Strasse. Der Schornstein steht isoliert, und ist somit aus seinem technischen Sinnzusammenhang gelöst. Einzig der Name des Parkhauses, welches direkt neben dem Schornstein errichtet wurde, erinnert noch an den funktionalen Zusammenhang zu einem Kraftwerk. Im unteren Bereich wurden die Mündungen der Rauchgaskanäle mit Metallblechen geschlossen, des Weiteren sind Maßnahmen zum Erhalt des Bauwerks zu erkennen. So wurden Risse ausgebessert, Abplatzungen mit farbig gleichem Material ersetzt. Leichte farbige Unterschiede in dem Fugmörtel sind zu erkennen und in Teilen wurde Mauerwerk nicht im sonst Verwendeten Blockverband ersetzt.

Insgesamt ist es positiv zu bewerten, dass der Schornstein erhalten blieb, obwohl er nicht als Denkmal eingestuft wurde. Jedoch ist er völlig aus seinem technischen Zusammenhang gelöst und tritt als Solitär auf.

Auch ist es zu Bedauern, dass er als einziges Bauwerk seiner Art erhalten blieb, die markante Stadtansicht früherer Zeit ist damit verloren und damit wohl auch die Symbolkraft, die die Schornsteine einst für Kalk besaßen.

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